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Exkursionenberichte Belgien

Das Königreich Belgien ist ein Staat in Westeuropa. Es liegt an der Nordsee und grenzt an die Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Belgien hat etwa 10,5 Millionen Einwohner und ist 30.528 km² groß. Der Bundesstaat Belgien ist in drei Gemeinschaften (flämische, französische, deutschsprachige) und drei Regionen (Flandern, Wallonien, Brüssel) eingeteilt.Abgesehen vom Bergland der Ardennen im Südosten ist Belgien ein weitgehend ebenes Land. Die Küstenlinie erstreckt sich auf 72,3 km. 25 Prozent der Landfläche werden für Landwirtschaft genutzt. Ungefähr 95 Prozent aller Belgier leben in Städten. Der Name ‚Belgien‘ rührt von der Römischen Provinz Gallia Belgica her. Dieser nördliche Teil Galliens wurde von Stämmen keltischer und germanischer Herkunft, den Belgae, bewohnt. Seit Ende des Mittelalters bis ins 17. Jahrhundert war Belgien ein Hort kulturellen und wirtschaftlichen Reichtums. Ab dem 16. Jahrhundert war Belgien Schauplatz vieler Schlachten der europäischen Machthaber, so auch während des ersten und zweiten Weltkrieges. Belgien nahm intensiv an der Industriellen Revolution Teil und besaß Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Kolonien in Afrika.
Hätte man mich früher zu Belgischen Fundstellen befragt,so hätte ich nur Antworten können, das mir darüber nichts bekannt ist. Erste Veröffentlichungen von Bildern über Calcit im Internet eines niederländischen Sammelfreundes (Harjo), weckten als Calcitsammler mein Interesse. Für mich ist Belgien ein wunderschönes Land mit vielen architektonischen, kulturellen und Landschaftlichen Highlight, ich halte mich sehr gerne in diesem Land auf. Auch die Menschen sind, wenn man einmal die Brücke zu ihnen geschlagen hat, ein sehr lebensfrohes und angenehmes Volk. Sprachliche Barrieren sind für mich zwar ein Grund aber kein Hindernis zur Pflege von Kontakten zu Belgischen Sammlern. So bin ich als Europäer deutscher Herkunft besonders stolz darauf Mitglied einer Belgischen Mineralsammlergruppe (4M) zu sein. Auch passen die meisten Aufschlüsse Belgiens wunderbar in mein Devon Projekt hinein.

 

 

 

Calcite aus Haut-le-Wastia in der Provinz Namur / Belgium

Die Calcite aus Haut le Wastia gehören wie auch die anderen bekannten Calcitfundstellen Belgiens, zu den klassischen Lokalitäten. Gefunden wurden die Calcite in einen kleinen Steinbruch in der Nähe von Salet in einen romantisch gelegenen Tal. Der Steinbruch befindet sich zwar wieder im Betrieb, nur lassen sich keine Calcite mehr finden, weil der Bereich wo sie vorkommen nicht mit abgebaut wird. Die Calcite kamen in einer fast 80° steil gestellten Schicht im Devonischen Massenkalk vor. Ihr Aussehen ist einzig und macht sie unverwechselbar, gegenüber den anderen Belgischen Lokalitäten. Die Calcite treten dort in der Form der Skalenoeder auf, mit leicht gebogenen Flächen, wobei sie mit unter erstaunliche Größe (bis 40 cm) erreichen können. Als Zwillinge konnte ich das 1. Und das 4. Zwillingsgesetz beobachten

 

 

 

 

Carriére de Leffe - Provinz Namur / Belgien

Der Steinbruch Leffe gehört jetzt zur Holcim Gruppe (www.holcim.com),einen großen Betreiber von Steinbrüchen in Belgien.Aufgeschlossen sind hier Kalke des Devon,die durch tektonische Aktivitäten,recht steil aufgestellt wurden.Auch dieser Aufschluss gehört der Mitteleuropäischen Riffzone an.Das Hauptmineral ist der Calcit,der das Rhomboeder,den Skalenoeder und das hexagonale Prisma 2.Stellung mit Rhomboedrischen Endflächen dort bildet.An Calcitzwillingsbildungen konnte ich das 1. und das 2. Zwillingsgesetz dort beobachten.Die Calcite von dort sind nicht ganz so intensiv durchgefärbt wie von anderen Stellen Belgiens.Aber in ein paar wenigen Schichten die sich durch ihre dunkle Färbung von den anderen unterscheiden,können die Calcite einen gelblichen Farbton bekommen.Eine andere Stelle im Bruch bringt recht große Calcitkristalle (Rhomboeder + Basiszwillinge)hervor,die aber selber wenig attraktiv sind.

 

 

 

 

Carriére de la Sambre bei Landelies - Provinz Hainaut / Belgien

Der Carriére de la Sambre ist eine Fundstelle wo ich mich sehr gerne aufhalte. Eigendlich eine perfekte Calcitfundstelle mit einem einzigartigen Flair, gerade in den Frühjahr und Sommermonaten. Die geplanten Erweiterungen des Steinbruches garantieren für noch viele Jahre schöne Calcite.Betrieben wird der Steinbruch durch das Unternehmen Calcaires de la Sambre S.A. (www.calcairessambre.be) In dem Steinbruch werden sehr reine Devonische Massenkalke gewonnen, die auch zu der Mitteleuropäischen Riffzone gehören. Die Oberfläche der Devonischen Kalkplatte ist stark verkarstet mit teils sehr tiefen Schlotten die dann wieder mit Lehm aufgefüllt wurden. Eine natürliche Grenze zu der Kalkplatte bildet der Fluss Sambre.

Das Besondere dieser Fundstelle sind aber seine "goldenen" Calcite. Die Farben des Calcites reicht von weiss bis dunkelbraun, wobei die weingelben bis Rauchbraunen sehr schön und teils von hoher Ästhetik sind. Hervorgerufen werden die verschiedenen braunen Töne durch 2 wertiges Eisen welches horizontal unterschiedlich verteilt ist. Im Jahr 2008 konnten wir, Harjo, Mario und meiner einer, olivgrüne Calcite bergen, diese stammen aus einer Schicht. Die Kristallformen des Calcites sind der Rhomboeder in den verschiedenen Steilheiten, die Form des Skalenoeder und das Hexagonale Prisma der 2. Stellung (1120) sowie deren Formenkombinationen. Als Zwillingsbildungen kommen dort das erste Zwillingsgesetz, das 4. und das 5. der Durchdringungszwilling vor.

 

 

 

 

Carriére de Solvay bei Loverval - Provinz Hainaut / Belgien

 

Der Steinbruch Solvay wurde in den 80er Jahren geschlossen.Da er umringt ist von Gebäuten der Orte Coiullet und Loverval, konnte er sich auch nicht mehr weiter ausdehnen.Heute ist er nur noch ein Biotop.Abgebaut wurde dort Devonischer Massenkalk,ähnlich wie in Landelies oder Mont sur Marchienne.Der Steinbruch der früher bekannt war,für schöne Calcite ist auch heute noch für Überraschungen gut.So kann man auch heute noch mit etwas Glück und Ausdauer hübsche Calcite finden,auch in der für dort typischen opaken Farbe. Große Drusen mit vermoosten Calciten sind noch in den Abbauwänden zu sehen ihre bergung lohnt aber nicht.

 

 

 

 

Carriére Fond des Vaux und Limites nahe Wellin - Provinz Luxemburg / Begien

Die Steinbrüche Fond des Vaux und Limites liegen beide in der Nähe von Wellin in der Provinz Luxenburg.Abgebaut wird in beiden Steinbrüchen ein sehr dunkler und dicht gebankter Devonischer Kalk.Der Kalkstein ist ziemlich frei von "Drusen" und auch tecktonische Rissen sind meist mit Calcit wieder vollständig verheilt.Diese Bedingungen sind außerordentlich schlecht für die Mineralbildung,deshalb beschränken sich die Mineralfunde in der Regel meist auf Glücksfälle.Nur ein regelmäßiges besammeln hat dort Erfolg. Ich selber hatte bis her noch nicht das Glück auf gute Funde.
An Calciten konnte ich bis her nur den Skalenoeder nachweisen,aber in einer teils sehr attraktiven Form,ahnlich den Cumberländern.An Zwillingen kommen dort der Basiszwilling sowie der Zwilling nach den 3. Zwillingsgesetz vor.

 

 

 

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