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Calcit - Calcite - Kalcit

Calcit ist mit das häufigste Mineral der Erdkruste. Er ist in sehr verschiedener Gestalt anzutreffen, meist derb als Kalkstein, aber auch als Sinter in Höhlen und im kristallinen Zustand. Aber auch in unserem täglichem Leben ist Calcit ständig präsent: er verstopft als Sinter in manchen Regionen Wasserrohre, wir bauen mit ihm unsere Häuser, er befindet sich in unserer Nahrungskette, ohne ihn könnten wir nicht aufrecht stehen. Was macht den Calcit so interessant für den Mineraliensammler? Seine Farbvielfalt ist es nicht, denn damit wurde er von der Natur nicht gerade gut ausgestattet. Seltenheit kann es ja nun auch nicht sein. Nein - es ist die große Anzahl an Kristallformen, die ihn liebenswert und auch begehrenswert macht; er ist praktisch in fast jeder Mineraliensammlung vorhanden. Die Vielzahl der Formen und Variationen der Gestalt des Calcites sind in der Welt der Kristallographie unerreicht. Basierend auf der Menge und Vielgestaltigkeit des Calcites, scheint der "Kalkspat" das ideale Mineral für ernsthafte Kristallsammler zu sein.

 

 

 

chemische Formel

CaCO3

Zusammensetzung

 

Calcium,Kohlenstoff,Sauerstoff 

 

Klasse (nach Strunz)

 

Wasserfreie Carbonate

 

Härte

 

nach Mohs: 3 (Referenzmineral für Härte 3)

nach Vickers:1720 N/mm² (Eindruckhärte) nach Rosival: 3,75 (Schleifhärte)

nach Tröger 1954 (mittelwert von 8 Methoden)

Der Härtegrad wird definiert als Widerstand,den ein Mineral der mechanischen Verletzung durch Ritzen entgegensetzt.Man vergleicht bei dieser einfachen klassischen Methode die Härte eines unbekannten Minerals mit der eines bekannten.

Farbe

 

farblos,weiß durch Gasbläschen,grau,braun,gelb durch Eisen,rötlich durch Hämatit,grün durch Malachit,rosa durch Mangan oder Cobalt,violett durch vierwertiges Mangan

Durch massenhafte Einschlüsse von Fremdmineralien verschieden gefärbt!

 

Strich

 

weiß 

 

Glanz 

 

Glas bis Fettglanz (auf Bruchflächen)  

 

Tenazität

 

spröde

 

Bruch

 

spätig (,egal welche Kristallform im vorausgeht 

 

Dichte

 

2,6 bis 2,8 g/cm³; abhängig von Verunreinigungen,sehr reiner Calcit (Islandspat) hat 2,72 g/cm³

 

Habitus

 

tafelig,nadelig,flach bis spitzrhomboedrisch,isometrisch,prismatisch,würfelig (selten)

 

Form (Aggregat)

 

stengelig,kristallin,radialstrahlig,kugelig,faserig,nierig,
spankörnig,spätig,derb,tropfsteinförmig,erdig,pulverig

 

Lumineszenz

 

rot,rosa,ornge,gelb,blau,orngerot unterschiedlich bei lang oder kurzwelligen UV Licht

 

Rekonstrucktive Umwandlung

 

Ca(9)CO3 (Aragonit) wandelt sich bei 400°C in Ca(6)CO3 (Calcit) um.Die Koordinationszahl sinkt von (9) auf (6).Die Bindung zwischen den Ca2+ und dem CO²-3 werden aufgebrochen und wieder neu geknüpft.Rekonstruktive Umwandlungen sind sehr träge.

 

Kristallsystem

 

trigonal 

 

Kristallklasse

 

ditrigonal-skalenoedrisch 

 

Thermische Eigenschaften

 

Schmelzpunkt bei ~1340°C unter hohen Druck

Farbänderung

 

rotbraun bis schwarz durch Bestrahlung

 

Lichtbrechung

 

sehr hohe Doppelbrechung no = 1.6583,ne = 1.4864 für gelbes Licht

stärke der Doppelbrechung -0,1719

Kristall Formen am Calcit

 

Basis Pinakoid (kommt nicht oft vor)


hexagonales Prisma 1 und 2 Stellung (recht häufig)


dihexagonales Prisma (kommt sehr selten vor)


Hexagonale Dipyramide

   


Rhomboeder (kommt sehr oft vor)


Skalenoeder (kommt sehr oft vor)  


Formenkombinationen (ist recht häufig)

 

Zwillinge

1. Zwillingsebene ist die Basis (0001);Zwillingsachse ist die senkrechte Hauptachse = häufig

2. Zwillingsebene ist die Fläche (0112) des "ersten stumpferen" negativen Rhomboeders = häufig (auch durch Druck natürlich oder künstlich erreichbar)

3.Zwillingsebene ist die Fläche (1011) des positiven Rhomboeders = seltener (sind die Einzelkristalle skalenoedrisch ausgebildet,kann sich ein "herzförmiges" oder "schmetterlingsförmiges" Aussehen ergeben)

4.Zwillingsebene ist die Fläche (0221) des "nächst steileren" negativen Rhomboeders = seltener

Kontakt und Durchdringungszwillinge = häufig

 

Excentriques

 

Excentriques sind korallenartig in alle Richtungen ausgebildete Calcite, die die Gesetze der Schwerkraft scheinbar völlig missachten. Sie wachsen wild in den Raum hinein und sind meist in Karsthöhlen anzutreffen. Einen logischen Lösungsansatz zur Erklärung dieser Besonderheit hat Andrieux (1965) mit seiner erweiterten Kapillartheorie versucht. So geht er von inneren Kapillaren aus, welche die Nährlösung für ihre Bildung und somit ihr Längenwachstum liefern.Das Dickenwachstum wird wiederum durch "Nährlösung" an der Oberfläche des Kristalls erzeugt.Excentriqes sind monokristalline Einzelkristalle in Rhomboederischer Form. Sie sind aber nicht mit deformierten Kristallen, wie sie häufig z.B. beim Quarz auftreten zu vergleichen.

Doppelender

 

Sind Kristalle die komplett nach allen Seiten ausgebildet sind.Diese Form kann alle Kristallformen betreffen und ist am Calcit nichts ungewöhliches.

Zepter Calcit

 

Ein Zeptercalcit ist ein Calcit, bestehend aus mindestens 2 Generationen, wie am Bild auch schön zu sehen. Während der Kristallbildung ändern sich die Bedingungen so, dass die erste Generation aufhört zu wachsen. Die zweite Generation wächst, mit veränderten Bildungsbedingungen, später auf der ersten Generation auf und kann dann durchaus auch ihre Kristallform ändern. Die optimalsten Bedingungen zum Kristallwachstum herrschen aber auf den Spitzen der Kristalle, der ersten Generation, so dass der Kristall der zweiten Generation an dieser Stelle besonders groß wird. Dies verleiht dem Kristall das Aussehen eines Zepters.

Phantombildung

 

Eine Phantombildung im Calcitkristall ist auf Bildung von mindestens 2 Generationen Calcit zurückzuführen. Wobei die letzte Generation die vorherigen Generationen umschließt, sozusagen in ihr Kristall mit einbaut. Dabei ist es völlig egal welche Kristallform vorher oder nachher kam. Entscheidend ist nur das die letzte Generation so durchscheinend ist, dass sie einen Blick auf dem im inneren eingeschlossenen Kristall gewährt. Dies ist schön auf dem unteren Bild zu sehen.

Kristall Aggregate

 

Ein Kristallaggregat ist eine Verwachsung von mehreren Kristallen der gleichen Art und Kristallform zu einen Gebilde. Wobei sie dabei auch unterschiedliches Aussehen annehmen können wie z.B. Garben, Igel oder Bälle.

                 

2 farbige Calcite

Zweifarbige Calcite entstehen, wenn die erste Generation Calcit dunkler oder heller in ihrer Farbe war und sich die zweite Generation um 90° versetzt darüber bildet und von hellerer Färbung ist,dann scheint die erste Generation noch durch.Diese Zweifarbigkeit tritt meist nur bei Rhomboedern auf und wird auch als Mercedesstern Calcit bezeichnet.Diese Art von Calcit ist zwar nichts außergewöhnliches doch sieht es immer wieder sehr attraktiv aus.

Sandcalcite

 

 

Synonyme für Calcit

Emmerling (1793) zählt eine ganze Reihe von Synonymen auf,die da währen:

Würfelspat,Schieferspat,Rosenspat,Doppelspat,Wasserstein,Spatrosen,Rosenspat,
Scheibenspat,Perlmuttspat,kristallisierter Sandstein,Federspat,Zweckenspat,Kanonenspat,Schweinezähne,Hundezähne,Papierspat.
Aber auch andere prägten Synonyme wie:Argentin (Kirwan);Reichit ,Spartait und
Manganocalcit (durch Breithaupt),Plumbocalcit (J.Johnston);Strontianocalcit (F.A.Genth);
Hislopit (Houghton),ist ein grünlicher Calcit;Zincocalcit (Rammelsberg);
Kobaltocalcit (F.Millosevich);Brunnerit (Esmarck).

Historisches zu Calcit

 

 

Artikel zu Fundorten für Calcit

 

Fragt man einen Mineraliensammler nach den beliebtesten und bekanntesten Fundorten für Calcit, so fallen ziemlich spontan Namen wie Cumbria, Tennessee, Mexico, China, Dalnegorsk oder der Harz in Deutschland ein. Einige der oben genannten Fundorte sind mittlerweile absolute Klassiker andere werden sehr wohl noch zu Klassikern werden. Aber es gibt noch viele Fundorte mehr, die es durchaus mit den bekannten Fundorten, in Sachen Schönheit und Ästetik aufnehmen könnten, auch wenn sie nie mit entsprechenden Stückzahlen auf den Markt vertreten waren. Hier wirken aber die bekannten Mechanismen der Marktwirtschaft, Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis und diese Fundorte sind nun mal, bedingt durch die „Fachliteratur“ und Händler immer in aller Munde bzw. in den Köpfen der Mineraliensammler Weltweit. Somit gehören die Calcite der oben genannten Fundorte sicher immer auch zu den begehrtesten und teuersten auf dem Markt und zieren jede bekannte Mineraliensammlung. Ich möchte mit meinen Artikeln aber einmal einige unbekanntere Fundorte vorstellen, die es wert sind ebenfalls in jeder guten Sammlung vertreten zu sein.

 

Devon Projekt

 

Im Jahresverlauf 2008 entschloss ich mich, mich speziell den Calcitvorkommen in den Devonischen Kalken (Paläozoikum) Mitteleuropas zu widmen. Dieser Entschluss folgte der Tatsache dass ich, bedingt durch meine Wohnlage am Rande des östlichen Teil des Sauerlandes, meist in Aufschlüssen dieses Zeitabschnittes, Calcite sammelte. Aber erst ausgedehnte Touren nach Belgien, die mich auch in Steinbrüche mit Devonischen Kalken führten, warfen in ihrer Folge viele Fragen auf.Im Blick ist die Riffzone welche von Nordfrankreich über Belgien bis nach Deutschland in den Harz führt.

 

 

 

 

 

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